Einlass: 19.00 Uhr, Beginn: 19.30 Uhr
Bitte reservieren: reservierung@schrottgalerie.de

In Zeiten, in denen Menschen sich vermehrt der Bequemlichkeit des eigenen Wohnzimmers – vor allem aber der eigenen Couch – hinzugeben scheinen, anstatt (hin)auszugehen, drehen ScheinEilig den Spieß um. In „Couch“ bringen sie ihr eigenes Wohnzimmer mit auf die Kleinkunstbühnen des Landes und inszenieren und karikieren musikalisch Abende auf den geliebten Polsterinseln.

So werden in gewohnter ScheinEilig-Manier charismatisch und zugleich musikkabarettistisch scharf, intelligent Geschichten aus Sofalandschaften miteinander verwoben. Unter anderem befassen sie sich so mit medialen Aktivitäten, wie dem Videospielen oder dem Fernsehen mit seinen verschiedenen Facetten. Aber auch Geschichten und Erinnerungen aus Aufenthalten in anderen Kulturen werden auf der „Couch“ genauso verhandelt wie tiefsinnige und fast philosophische Gedanken zum Alltag. So hinterfragen ScheinEilig in „Toaster“ beispielsweise die Genialität eines brotwärmenden Alltagsgegenstandes. Auch Seitenhiebe auf die bayerische Kultur, wie in „Der Bartl und der Most“ dürfen auf der „Couch“ nicht fehlen. Am Ende stellt sich dann die alles entscheidende Frage: Lieber ausgehen und in überteuerten Clubs einer Medienstadt tanzen gehen oder sich doch dem Müßiggang des Kissenreichs hingeben?

Das neue abendfüllende, musikkabarettistische Konzertprogramm von ScheinEilig schafft es einmal mehr äußerst kreativ und virtuos musikalische Grenzen zu verschieben und die Möglichkeiten von traditioneller Volksmusik und Folk / Weltmusik auszuloten. Ohne Scheu vor geografischen oder inhaltlichen Grenzen entsteht ein Raum, der als musikalisches Wohnzimmer alle Zuhörenden in den Bann zieht und zum Nachdenken, Lachen und Mitmachen einlädt. ScheinEilig öffnet die Türe zu ihrem Wohnzimmer, auf ihre „Couch“.

scheineilig.com

Foto: Andreas Keilholz